Dimethylether: Alternative für das Heizen der Zukunft

Die Nachfrage nach erneuerbaren Energien in Deutschland steigt; Alternativen zu fossilen Energieträgern werden immer notwendiger, um das Klima zu schonen und gesetzliche Vorgaben zu erfüllen. Wir geben Ihnen einen Überblick zu einer möglichen Energie der Zukunft: erneuerbarer Dimethylether (rDME) als Alternative zu konventionellem Flüssiggas.

Effizientes Gas fürs Heizen, die Mobilität und mehr

Dimethylether (DME) ist ein farbloses Gas, das sich schon unter geringem Überdruck verflüssigt.

SummenformelC₂H₆O
StrukturformelH₃C–O–CH₃

Aufgrund seiner schadstoffarmen Verbrennung (reduzierter Ausstoß von Feinstaub und Stickoxiden) ist Dimethylether ein aussichtsreicher Energieträger, der einen Beitrag zur Erreichung der Klimaziele leisten kann. Wird Dimethylether vollständig aus erneuerbaren Einsatzstoffen hergestellt, können damit im Vergleich zu fossilen Energieträgern, wie Diesel und Heizöl, bis zu 85 % weniger CO2-Emissionen ausgestoßen werden.

Konventioneller Dimethylether wird heute auf zwei Arten hergestellt:

 

1. Synthese aus Methanol

Bei dieser Art der Herstellung wird zunächst aus Methan ein Synthesegas hergestellt, das aus Kohlenmonoxid (CO) und Wasserstoff (H2) besteht. In mehreren chemischen Prozessen wird daraus Methanol und dieses wiederum zu Dimethylether.

 

2. Direktsynthese aus Synthesegas

Dimethylether kann auch direkt aus Synthesegas hergestellt werden; dabei wird das Zwischenprodukt Methanol nicht benötigt.

Auf diese beiden Arten wird auch erneuerbarer Dimethylether (renewable dimethylether bzw. rDME) hergestellt. Hierbei wird das Methan, das dabei verwendet wird, zum Beispiel aus den Vergärungsprozessen organischer Abfälle in Biogasanlagen gewonnen.

Wie Flüssiggas (Liquefied Petroleum Gas, LPG) eignet sich Dimethylether für eine große Bandbreite an Anwendungen, darunter Heizen, Kochen und Mobilität; für Haushalte ebenso wie für Gewerbe- und Industriebetriebe.

 

Woraus wird rDME hergestellt?

Viele erneuerbare Einsatzstoffe eignen sich für die Produktion von rDME. Dazu gehören diverse Energiepflanzen, Abfälle und Reststoffe. Auch grünes Methanol ist ein möglicher Ausgangsstoff – er entsteht auf Grundlage von nachhaltig erzeugtem Strom, Wasserstoff und CO2.

Besonders sinnvoll ist die Herstellung von rDME aus Abfällen und Reststoffen, die sich nicht vermeiden, wiederverwenden oder anderweitig recyceln lassen. Zu diesen Stoffen zählen Klärschlämme, kommunale Abfälle, tierische Abfälle (z. B. Gülle) und Abfälle aus der Land- und Forstwirtschaft.

 

Ideales Zusammenspiel mit Flüssiggas

Dimethylether verflüssigt sich bereits unter geringerem Druck, so wie Flüssiggas (LPG). In anderen physikalischen Eigenschaften gibt es Unterschiede zwischen den beiden Gasarten:

DimethyletherPropan
Dichte (Flüssigphase, 0 °C)0,67 kg/l0,53 kg/l
Relative Dichte (Luft)1,601,55
Heizwert (pro kg)8,02 kWh/kg12,87 kWh/kg
Heizwert (pro l)5,37 kWh/l6,82 kWh/l
Zündtemperatur226–240 °C470 °C

Dennoch können Dimethylether und Flüssiggas miteinander gemischt werden. So ist eine Beimischung von DME zu LPG in einigen asiatischen Ländern wie China und Indien bereits üblich.

 

Erneuerbarer Dimethylether: Verstärkung für Bio-Flüssiggas

Verbraucher in Deutschland können bereits eine erneuerbare Alternative zu herkömmlichem Flüssiggas zum Heizen nutzen: Bio-Flüssiggas, das aus organischen Rest- und Abfallstoffen sowie nachwachsenden Rohstoffen wie Pflanzenölen aus Soja oder Raps hergestellt wird. Zusätzlich arbeiten einige Flüssiggasversorger inzwischen an weiteren Alternativen für das Heizen der Zukunft. Ziel ist es, die Produktionskapazität von rDME und anderen erneuerbaren Energieträgern künftig deutlich zu steigern.

Dadurch können Endverbraucher, die an zuverlässiger erneuerbarer Energie interessiert sind, mit einem breiteren Angebot an regenerativen Energieträgern rechnen.

 

rDME in Deutschland: Aussichten und Potenzial

Das renommierte Institut Frontier Economics hat im Juni 2024 eine Studie veröffentlicht, welche „Das Potenzial von Erneuerbarem Dimethylether (rDME) für eine erfolgreiche Energiewende“ untersucht.

Einige wichtige Erkenntnisse aus der Studie:

 

Potenzial für eine hohe Nachfrage in Deutschland.

In Deutschland werden aktuell etwa 87 % des gesamten Wohnungsbestandes mit fossilen Energieträgern beheizt. Bei rund 25 % der deutschen Bestandsimmobilien sichern Heizöl (23,4 %) oder konventionelles Flüssiggas (LPG, 1,6 %) die Wärmeversorgung – also netzunabhängige Energieträger, die vor Ort in einem Behälter lagern.

Bis 2045 könnten etwa 1,2 bis 2,2 Millionen Heizungen allein in privaten Haushalten rDME anstelle von konventionellem Flüssiggas oder Heizöl nutzen. Dafür wären etwa folgende Energiemengen nötig:

  • 335.000 Tonnen rDME im Jahr 2030
  • Bis zu 1,8 Millionen Tonnen rDME im Jahr 2045

Bezieht man auch Gewerbe, Land- und Forstwirtschaft sowie die Industrie ein, stiege die Nachfrage bis 2045 auf mindestens 2,5 Millionen Tonnen.

 

Der Beitrag zur Klimawende ist wegweisend.

Durch Umstellung aller Flüssiggas- und Ölheizungen auf rDME könnten die jährlichen CO2-Emissionen bis 2045 um 85 %  sinken – von aktuell 5,2 Millionen Tonnen CO2 auf 0,8 Millionen Tonnen.

Des Weiteren kann rDME in Deutschland hergestellt und komplett ortsunabhängig eingesetzt werden – so reduzieren sich durch kurze Wege die Transportkosten und die Umweltbelastung.

 

Die Herstellung von rDME bietet viel Potenzial.

Schätzungen zufolge stehen im Jahr 2030 etwa 48 Millionen Tonnen endbehandelte Abfälle für eine energetische Nutzung zur Verfügung – genug, um daraus 12 Millionen Tonnen rDME zu produzieren. Um den Mindestbedarf für die Wärmeversorgung privater Haushalte für das ganze Jahr 2030 zu decken, wären nur 0,3 Millionen Tonnen rDME pro Jahr erforderlich. Also nur ca. 2,5 % des mittleren Produktionspotenzials im Jahr 2030 – so lässt sich aus einer großen Menge Abfällen eine noch größere Menge Energie gewinnen.

Auch die Unabhängigkeit von Energie aus dem Ausland ist ein großer Vorteil, der sich durch die besondere Herstellungsart ergibt.

 

Erneuerbarer Dimethylether zum Heizen: Das sind die Vorteile

  • Durch den Einsatz des Energieträgers können schon heute die Vorgaben zur Nutzung erneuerbarer Energien aus dem GEG erfüllt werden.
  • Erneuerbarer DME lässt sich mit LPG mischen und in bestehenden Flüssiggasanlagen komplett netzunabhängig verwenden.
  • CO2-Emissionen reduzieren sich um bis zu 85 % im Vergleich zu Heizöl und Diesel.
  • Eine nachhaltige Herstellung aus einer Vielzahl an erneuerbaren, lokal gewonnenen Einsatzstoffen ist in Deutschland möglich.
  • Erneuerbarer DME verursacht weniger Schadstoffe wie Feinstaub, Ruß und Schwefeloxide im Vergleich zu anderen festen und flüssigen Brennstoffen.

 

So geht es mit Dimethylether zum Heizen weiter

Die Aussicht, dass erneuerbarer Dimethylether (rDME) in naher Zukunft zum Heizen verfügbar ist, wird immer realistischer. Wer also heute konventionelles und/oder biogenes Flüssiggas bezieht, ist bereits gut auf die Zukunft seiner Energieversorgung vorbereitet. Er investiert darüber hinaus schon heute in die Klimaneutralität von morgen.

 

Haben auch Sie Interesse an konventionellem oder biogenem Flüssiggas? Dann melden Sie sich gern bei uns: per E-Mail an info@fluessiggas.de oder telefonisch unter 02151 – 917 3029.

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