Rohrleitung, Bauarbeiter und ansteigendes Verlaufsdiagramm, symbolisch für Netzentgelte (Gas).

Netzentgelte (Gas): Entwicklung, Ausblick und Alternative

Die Netzentgelte für Gas werden künftig wohl stärker steigen als bisher; allein im Jahr 2026 durchschnittlich um 11 %. Wir erklären, woran das liegt.
Außerdem stellen wir mit Flüssiggas eine Alternative zu Erdgas vor, bei der Netzentgelte keine Rolle spielen – und die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizen ganz einfach erfüllt werden kann.

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Was sind Netzentgelte (Gas)?

Netzentgelte sind Gebühren, die auf die Nutzung von Energienetzen erhoben werden. So sind die Gasnetzentgelte ein fester Teil der Erdgaspreise und werden von allen Nutzerinnen und Nutzern öffentlicher Erdgasnetze gezahlt. Die Gebühren sollen den Betrieb und die Instandhaltung der Leitungen gegenfinanzieren.

Grundsätzlich sind die Entgelte für private, gewerbliche und industrielle Verbraucherinnen und Verbraucher unterschiedlich hoch. Die konkrete Höhe der Gasnetzentgelte wird von den örtlichen Netzbetreibern festgelegt.

Bei dem Betrieb der Erdgasnetze handelt es sich um natürliche Monopole, wodurch sich die Höhe des Entgelts nicht im freien Wettbewerb bilden kann. Daher werden die Netzentgelte durch die Bundesnetzagentur überwacht und reguliert.

Wie haben sich die Netzentgelte (Gas) in den letzten Jahren entwickelt?

In den letzten Jahren sind die Erdgasnetzentgelte angestiegen. Das hat zwei wesentliche Gründe:

  • Zum einen haben die allgemeine Preissteigerung sowie gestiegene Investitionen zu höheren Kosten geführt. Ein Beispiel für die zusätzlichen Investitionen ist, dass in Deutschland seit 2022 zusätzlich eine Infrastruktur für den Import, die Lagerung und die Einspeisung von Flüssigerdgas (LNG) in das Erdgasnetz geschaffen wurde. Damit strebte die Bundesregierung die Unabhängigkeit von russischen Erdgasimporten an.
  • Zum anderen wird immer weniger Erdgas verbraucht. Das liegt nicht nur an der Sparsamkeit und dem Umweltbewusstsein vieler Verbraucherinnen und Verbraucher, sondern auch am allmählichen Rückbau der Erdgasnetze.
    Deutschland will bis Ende des Jahres 2044 aus der Nutzung von fossilem Erdgas aussteigen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben einige Kommunen bereits jetzt damit begonnen, die Versorgung auf andere Energieträger umzustellen bzw. ihre Bürgerinnen und Bürger zum Umstieg auf dezentrale Formen der Wärmeversorgung zu bewegen. Auch der Wechsel vieler Verbraucherinnen und Verbraucher auf erneuerbare Energien, um die Nutzungspflicht beim Neubau oder nach der Heizungsmodernisierung zu erfüllen, spielt eine Rolle.
    So verteilen sich die Netzentgelte auf eine geringer werdende Erdgasmenge, sodass sie pro Kilowattstunde steigen:Diagramm: Entwicklung der Netzentgelte (Gas) für Haushaltskundinnen und -kunden, Gewerbekundinnen und -kunden sowie Industriekundinnen und -kunden in den Jahren 2020 bis 2025. Am stärksten sind die Netzentgelte in den Zeiträumen von 2022 bis 2023 sowie 2024 bis 2025 gestiegen.Quelle: Bundesnetzagentur

Welchen Anteil die Netzentgelte an den Erdgaskosten einnehmen, variiert je nach Anwendungsart – privat, gewerblich, industriell – und der Erdgasmenge. Bei Einfamilienhäusern mit einem Energieverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr nennt der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) einen Anteil von 22,1 % (regulierte Gasnetzentgelte inklusive Messung und Messtellenbetrieb, Stand: April 2026).

Gibt es regionale Unterschiede bei den Netzentgelten (Gas)?

Die Erdgasnetzentgelte sind nicht deutschlandweit gleich – sie unterscheiden sich teilweise stark voneinander; auch in ihrer Entwicklung. So wird in folgenden Bundesländern ein überdurchschnittlich starker Anstieg der Gasnetzentgelte 2026 erwartet:

BundeslandSteigerung in ProzentSteigerung in Euro
Saarland+ 21 %+ 133 €
Thüringen+ 20 %+ 121 €
Schleswig-Holstein+ 20 %+ 114 €
Hamburg+ 19 %+ 77 €

 

Dagegen wird für diese Bundesländer eine geringe Steigerung der Erdgasnetzentgelte vorhergesagt:

Steigerungen für den durchschnittlichen Jahresverbrauch eines Einfamilienhauses von 20.000 kWh | Quelle: Verivox | Stand: Oktober 2025
BundeslandSteigerung in ProzentSteigerung in Euro
Sachsen-Anhalt+ 2 %+ 8 €
Berlin+ 4 %+ 17 €
Brandenburg+ 4 %+ 17 €

Auch innerhalb der Bundesländer können die Erdgasnetzentgelte stark variieren: So reichten sie 2025 allein in Baden-Württemberg von 305 bis 784 € bei einem Jahresverbrauch von 20.000 kWh (Quelle: Verivox).

Wie werden sich die Netzentgelte (Gas) in den nächsten Jahren entwickeln?

Der bundesweite Erdgasausstieg schreitet voran. Als Folge ist davon auszugehen, dass die Erdgasnetzentgelte auch in den kommenden Jahren weiter steigen werden.

So werden die Entgelte laut einer Studie von Verivox allein im Jahr 2026 durchschnittlich um etwa 11 % steigen. Das bedeutet zum Beispiel für ein Einfamilienhaus mit einem Erdgasverbrauch von 20.000 kWh pro Jahr Mehrkosten in Höhe von rund 61 € (Stand: Oktober 2025).

Wie kann ich die Netzentgelte (Gas) vermeiden?

Die Gasnetzentgelte lassen sich mit einer Heiz-Option ohne den Energieträger Erdgas vermeiden. In diesem Video stellen wir Ihnen einige netzunabhängige Alternativen zur Erdgasheizung vor:

Eine dieser netzunabhängigen Alternativen ist Flüssiggas: Da der bewährte Energieträger per Tankwagen statt durch das öffentliche Gasnetz zu den Verbraucherinnen und Verbrauchern gelangt, sind hier keine Netzentgelte fällig.

Praktisch für alle, die von Erdgas zu Flüssiggas wechseln: In der Regel stellt sich neuere Heiztechnik selbstständig auf die andere Art des Gases um; unter Umständen müssen nur kleinere technische Anpassungen vorgenommen werden. Daher können die bestehenden Gasthermen meistens weitergenutzt werden. Bei älteren Geräten müssen eventuell Düsen ausgetauscht werden.

Darüber hinaus profitieren Kundinnen und Kunden ausgewählter Flüssiggasversorger von einer erneuerbaren Flüssiggasvariante: Bio-Flüssiggas. Dieses kann zu verschiedenen Anteilen an der Flüssiggasbestellung bezogen werden. Auf diese Weise lässt sich jede Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien des Heizungsgesetzes erfüllen – ohne Änderung des Heizsystems und ohne Ergänzung um eine Solarthermieanlage oder Wärmepumpe.

Wegen steigender Netzentgelte oder um ganz einfach die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien zu erfüllen: Zusammen mit der biogenen Variante ist Flüssiggas die ideale Alternative für alle, die weiterhin eine Gasheizung nutzen, aber nicht mehr auf Erdgas angewiesen sein wollen.

Wenn Sie Interesse an einer Versorgung mit (Bio-)Flüssiggas haben, melden Sie sich jetzt bei uns: per E-Mail an info@fluessiggas.de oder telefonisch unter 02151 – 917 3029.

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