Zur Flüssiggastank-Prüfung befähigte Person im Gespräch mit dem Nutzer einer Flüssiggasanlage.

Flüssiggastank-Prüfung: Pflichten, Kosten und mehr

Der Flüssiggastank und zugehörige Anlagen müssen regelmäßig überprüft werden – für einen dauerhaft reibungslosen Betrieb und zur Sicherheit für Anwender und Umwelt. Im Folgenden mehr zu den Vorgaben zur Wartung sowie den Kosten für eine Flüssiggastank-Prüfung.

Pflichten und Inhalte

Wie oft muss ein Gastank überprüft werden?

Ein Flüssiggastank muss vor der ersten Befüllung, danach alle zwei Jahre außen und alle zehn Jahre innen auf seine Sicherheit geprüft werden. In diesen gesetzlich vorgeschriebenen Behälterprüfungen wird kontrolliert, ob die Außenhülle unversehrt ist und sie dem Druck aus dem Inneren weiterhin standhält. Außerdem können – je nach Flüssiggasversorger – weitere Prüfungen hinzukommen. Im Folgenden ein Beispiel:

  • Alle 2 Jahre äußere Prüfung
  • Alle 10 Jahre innere Prüfung
  • Alle 8 Jahre Prüfung und Tausch des Gaszählers
  • Etwa alle 10 Jahre Prüfung der Rohrleitungen
  • Bei z. B. gewerblicher Nutzung Sonderprüfungen

 

Geregelt werden die Prüfungen durch mehrere Richtlinien und Gesetze, u. a.:

 

Was umfasst die Flüssiggastank-Prüfung?

Flüssiggastank-Prüfung vor Inbetriebnahme

Bevor der Behälter erstmals befüllt wird und in Betrieb geht (das heißt: die damit betriebene Heizung angeschaltet wird), müssen sowohl der Tank als auch die damit verbundenen Geräte und Leitungen geprüft werden. Im Einzelnen sind das die Rohrleitung (Versorgungsleitung bis zum Hauptabsperrhahn und Verbrauchsleitung vom Hauptabsperrhahn bis zur Heizung), die flüssiggasbetriebenen Geräte, die Gasgeräte und die Abgasanlage. Sämtliche Schritte der Flüssiggastank-Prüfung werden dokumentiert. Außerdem erhält der Kunde eine Einweisung in den Gebrauch seiner Flüssiggasanlage.

Wiederkehrende äußere Prüfung oberirdischer Flüssiggastanks

Bei der äußeren Prüfung handelt es sich um eine Sicht- und Dichtheitsprüfung. Dabei werden zum Beispiel die Armaturen, die Umgebung des Tanks auf Bewuchs und die Einhaltung von Sicherheitsabständen zu Brandlasten sowie der Zustand des Tanks insgesamt geprüft. Es wird außerdem kontrolliert, ob die technischen Daten des Behälters mit den Angaben in den entsprechenden Dokumenten übereinstimmen.

Wiederkehrende innere Behälterprüfung

Mit der inneren Flüssiggastank-Prüfung wird unter anderem festgestellt, ob

  • die Überfüllsonde richtig platziert ist,
  • das Sicherheitsventil und andere Bauteile funktionieren,
  • der Tank rost- und ablagerungsfrei ist und
  • die Tankwände einem Brand standhalten würden.

Inzwischen gibt es Prüfverfahren, die eine innere Prüfung unterirdischer und oberirdischer Flüssiggastanks erlauben, ohne diese öffnen zu müssen: die Einspeiseprüfung und die Schallemissionsprüfung.

Einspeiseprüfung

Ziel dieses Prüfverfahrens ist es, die Wirksamkeit der Behälterisolierung zu beurteilen. Voraussetzung ist, dass der Flüssiggastank mit Expoxydharz beschichtet ist und über keine Auftriebssicherung verfügt.

Schallemissionsprüfung

Hier werden durch Druck auf den Tank Schallwellen erzeugt. Deren Auswertung durch Sensoren lässt Rückschlüsse über Schäden am Tank zu.

Wiederkehrende Rohrleitungsprüfung bzw. Druckprüfung

Bei privat genutzten Flüssiggasanlagen sind auch die Rohrleitungen etwa alle 10 Jahre zu prüfen. Das betrifft die Verbrauchsleitung sowie die Versorgungsleitung. Dazu werden die Rohrleitungen unter einen vorab definierten Druck gesetzt, der bis zu 30 Minuten aufrechterhalten werden muss. Weitere Vorgaben sind in den Technischen Regeln Flüssiggas (TRF 8.4.3, Wiederkehrende Prüfungen von Flüssiggasrohrleitungen) enthalten.

 

Wer darf Flüssiggasanlagen prüfen?

  • Heizungsbauer, auf Prüfungen spezialisierte Unternehmen und technische Angestellte der Flüssiggasversorger können die äußere Überprüfung von Gastanks nach 2 Jahren vornehmen. Voraussetzung zum Sicherheits-Check ist die Zusatzqualifikation zur befähigten Person, die in regelmäßigen Abständen erneuert werden muss.
  • Die innere Prüfung nach 10 Jahren dagegen kann nur durch eine zugelassene Überwachungsstelle (ZÜS; in Deutschland TÜV NORD, TÜV SÜD, TÜV Rheinland, TÜV Thüringen, TÜV Saarland, TÜV Hessen und DEKRA) erfolgen oder zumindest durch diese begleitet werden.

Kosten einer Flüssiggastank-Prüfung

Was kostet eine Flüssiggastank-Prüfung?

Sofern der Tank nicht im Rahmen eines Mietmodells des Flüssiggasversorgers gewartet wird, müssen Kunden die Kosten für die Prüfungen selbst tragen. Die Kosten dafür hängen vor allem von folgenden Faktoren ab:

  • Modell und Abmessungen des Tanks
  • Region
  • Prüfendes Unternehmen
Unterirdisch/halboberirdischOberirdisch
Äußere Prüfung50 bis 120 Euro
Innere PrüfungAb 549 EuroAb 299 Euro

Außerdem muss ein TÜV-Sachverständiger alle 10 Jahre eine Wasserdruckprüfung vornehmen. Die Prüfungskosten sind per Gesetz definiert und liegen aktuell bei rund 270 Euro.

 

Wann muss ein Flüssiggastank ausgetauscht werden?

Dazu liefern die Prüfstellen und die Praxis Richtwerte, die sich für eine erste Orientierung eignen. Die tatsächliche Lebensdauer eines Flüssiggastanks lässt sich daran jedoch nicht ablesen, sondern ist individuell über die Flüssiggastank-Prüfungen zu ermitteln. Mehr darüber erfahren Sie auf unserer Wissensseite „Flüssiggastank mieten oder kaufen“.

 

 

 

Sie haben einen Flüssiggastank gekauft und möchten mit der Überprüfung einen Experten beauftragen? Dabei bieten einige Flüssiggasversorger die regelmäßige Behälterprüfung als Teil ihres permanenten Services rund um den Flüssiggastank inklusive in einem Wartungsvertrag – ohne Mehrkosten für ihre Kunden. Wenn Sie mehr darüber erfahren möchten, sprechen Sie gern mit uns: per E-Mail an info@fluessiggas.de oder telefonisch unter 02151 – 742 985 60.

Ihre Frage wurde nicht beantwortet?



*Pflichtfeld
This site is protected by reCAPTCHA and the Google Privacy Policy and Terms of Service apply.
Verwandte Themenbereiche
zum inhaltsverzeichnis hochscrollen