Ein LPG-Tankschiff, das Flüssiggas über das Meer transportiert.

Flüssiggas-Herkunft: Woher kommt Flüssiggas?

Der bewährte Energieträger Flüssiggas erhält aktuell besonders viel Aufmerksamkeit. Vor allem fragen Interessierte oft nach der Herkunft: Aus welchen Ländern kommt Flüssiggas nach Deutschland? Wir beantworten diese und weitere Fragen und zeigen Ihnen, was Flüssiggas zum idealen Energieträger für eine netzunabhängige, krisensichere Versorgung macht.

Flüssiggas: Grundlagen und Missverständnisse

Was ist Flüssiggas?

Flüssiggas, auch Liquefied Petroleum Gas (LPG) genannt, ist ein etablierter netzunabhängiger Energieträger. Es wird für viele verschiedene Anwendungen eingesetzt, beispielsweise zum Betrieb von Heizungsanlagen oder als Prozess-Energie in der Industrie. Auch im Urlaubsalltag vieler Camper spielt das Propan-Butan-Gemisch eine große Rolle: Dort wird der flexible Energieträger direkt aus Gasflaschen zum Kochen oder Heizen verwendet. Flüssiggas ist auch unter dem Namen Autogas an Tankstellen zu finden.
Seinen Namen erhält das Gas durch die Eigenschaft, sich bereits unter geringem Druck (zum Beispiel 8 bar bei einer Temperatur von 22 °C) zu verflüssigen. Flüssiggas beinhaltet Energie in Form von kurzkettigen Kohlenwasserstoffen wie Propan und Butan. Die genaue Zusammensetzung der Bestandteile kann variieren, jedoch ist diese für Flüssiggas zum Heizen in der DIN-Norm 51622 definiert: Das genormte Gas besteht zu 95 Prozent aus Propan und Propen und zu 5 Prozent aus den Bestandteilen Ethan und Butan.

 

Sind Flüssiggas und Flüssigerdgas dasselbe?

Häufig wird der Begriff Flüssiggas fälschlicherweise für Flüssigerdgas (Liquefied Natural Gas, LNG) benutzt. Auch LNG ist ein verflüssigtes Gas, das Wort Flüssiggas wird jedoch standardmäßig ausschließlich für LPG genutzt. Die wichtigsten Unterschiede und Gemeinsamkeiten lernen Sie in unserem Beitrag Erdgas und Flüssiggas: Unterschiede und Gemeinsamkeiten kennen

Wie wird Flüssiggas hergestellt?

Flüssiggas kann auf zwei verschiedenen Wegen gewonnen werden: Zum einen ist es ein Begleitgas bei der Erdöl- und Erdgasförderung. Zum anderen entsteht Flüssiggas auch als natürliches Nebenprodukt bei der Verarbeitung von Rohöl in den Raffinerien.
Während dieses Vorgangs wird das Rohöl bei der Destillation bis zum Siedepunkt erhitzt. Aufgrund der hohen Temperaturen trennen sich einige der Ölbestandteile ab und werden gasförmig. Wenn sie wieder abkühlen, können sie mithilfe verschiedener Trennböden in mehrere Kondensate aufgeteilt werden – dazu gehört auch Flüssiggas. Für eine möglichst hohe Reinheit wird das Flüssiggas dann in verschiedenen Prozessen gereinigt.
Etwa 60 Prozent des gesamten Flüssiggases wird bei der Förderung von Erdgas und Rohöl gewonnen, die restlichen 40 Prozent entstehen bei der Weiterverarbeitung in den Raffinerien.

 

Wie wird Bio-Flüssiggas hergestellt?

Neben den beiden Methoden zur Gewinnung des herkömmlichen Flüssiggases gibt es auch Verfahren, in denen der Energieträger biogen gewonnen werden kann: Bio-Flüssiggas entsteht beispielsweise bei der Biodieselproduktion. Biogenes Flüssiggas wird dabei sowohl aus organischen Rest- und Abfallstoffen als auch aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt. Alle wichtigen Informationen zum Thema Herstellung von Bio-Flüssiggas erfahren Sie auf unserer Seite Bio-Flüssiggas: Herstellung, Anwendung und mehr.

Diese Wege legt Flüssiggas zurück

Flüssiggas-Import: Woher kommt das Flüssiggas für Deutschland?

Immer häufiger wird derzeit die Frage Kommt Flüssiggas aus Russland? gestellt. Die Antwort darauf ist einfach: Nein. In Deutschland verwendetes Flüssiggas kommt nicht aus Russland. Der größte Teil des deutschlandweit genutzten Flüssiggases wird unabhängig von russischem Gas in deutschen Raffinerien hergestellt. Das restliche Gas wird aus dem europäischen Nordseeraum, den USA, Skandinavien sowie beispielsweise den Niederlanden und Belgien importiert.

Ein Kreisdiagramm, welches zeigt, dass in Deutschland genutztes Flüssiggas im Jahr 2021 zu 39,9 % aus den Niederlanden, 30,2 % aus Belgien, 16,0 % aus den USA, 4,2 % aus Norwegen, 2,4 % aus Schweden und zu 7,3 % aus anderen Ländern bezogen wurde.

 

Flüssiggas-Transport: Wie kommt das Flüssiggas nach Deutschland?

Flüssiggas wird im Gegensatz zu Erdgas nicht durch ein Leitungsnetz (Pipelines) transportiert. Die Versorgung erfolgt stattdessen netzunabhängig per Schiff, Eisenbahn-Kesselwagen und Tankwagen. Diese Transportmöglichkeiten sind durch die besondere Beschaffenheit von Propan und Butan möglich. Bereits unter geringem Druck verflüssigt sich das Propan-Butan-Gemisch, sodass sich Flüssiggas in diesem Aggregatszustand kompakt befördern und lagern lässt.

 

Wie kommt das Flüssiggas zum Endverbraucher?

Von den verschiedenen deutschen Umschlagslagern aus wird das Flüssiggas per Tanklastwagen zu den Endverbrauchern transportiert. Vor Ort beim Endverbraucher wird das Flüssiggas vom Tanklastwagen in den Flüssiggaslagertank gefüllt. Je nach Vertragsmodell des Kunden erfolgt die Abrechnung über die gelieferte Gasmenge oder als Jahresabrechnung über die Verbrauchsmessung mittels Gaszähler, ähnlich wie bei Strom.
Durch die netzunabhängige Logistik kann so jeder Endverbraucher deutschlandweit einfach und zuverlässig mit Flüssiggas versorgt werden.Ein Ablaufdiagramm, das den Transport von Flüssiggas in Deutschland vom Flüssiggas-Terminal bis zum Endkunden zeigt.

 

 

Flüssiggas ist ein netzunabhängiger Energieträger für eine krisensichere Versorgung – der insbesondere in seiner biogenen Variante eine vorteilhafte Energielösung auch für die Zukunft bietet.

Haben Sie weitere Fragen zur Herkunft von Flüssiggas? Dann melden Sie sich einfach bei uns: per E-Mail an info@fluessiggas.de oder telefonisch unter 02151 – 917 3029.

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