Gastronomiebetriebe und Hotels können Flüssiggas zum Kochen, Heizen und die Warmwasserbereitung verwenden. Dazu wird der netzunabhängige Energieträger in einem Flüssiggastank gelagert, der vor Ort auf dem Grundstück bzw. Betriebsgelände installiert wird. Das geht auch unterirdisch, sodass die Fläche besser genutzt werden kann; dann ist nur der Deckel des Tanks zu sehen. Befüllt wird der Flüssiggastank per Tankwagen, in der Regel innerhalb weniger Tage nach der Bestellung durch die Kundin bzw. den Kunden. Sowohl die Bestellung, die in der Regel online erfolgt, als auch die Lieferung sind für die Verbraucherinnen und Verbraucher völlig unkompliziert.
Im Folgenden erfahren Sie mehr über die einzelnen Anwendungen:
Kochen
Köchinnen und Köche schätzen am Kochen mit Gas die stufenlose und dadurch sehr gezielte Regulierung der Temperatur. Die Hitze durch die offene Flamme kann sofort genutzt werden. Dadurch gewinnen gerade Teams in Großküchen deutlich an Zeit – und die Gerichte an den typischen Aromen, die zum Beispiel beim scharfen Anbraten entstehen. Außerdem geht bei Gasherden keine Restwärme verloren, wie es bei vielen elektrisch betriebenen Geräten der Fall ist.
Zudem ist Strom in der Regel deutlich teurer als Flüssiggas. Zum Vergleich: 2025 betrug der durchschnittliche Gewerbestrompreis für Betriebe mit einem Jahresverbrauch von 10.000 kWh 31,07 Cent pro kWh; der durchschnittliche Preis für die Menge an Flüssiggas, um denselben Jahresenergiebedarf zu decken, lag dagegen bei 10,19 Cent pro kWh (bei Abnahme von 3.000 l).
Ein Wechsel zum flüssiggasbetriebenen Herd kann sich daher positiv auf die Betriebskosten der gastronomischen Einrichtung auswirken.
* Quellen: verivox.de, Brennstoffbörse.de.
Heizen
Gastronomiebetriebe und Hotels können zwischen verschiedenen Heizlösungen mit Flüssiggas wählen, darunter folgende:
Gas-Brennwertheizung

Mit einem Wirkungsgrad von bis zu 110 % arbeitet diese Heizlösung besonders wirtschaftlich. Auf diese Weise spart sie sowohl Energiekosten als auch CO2.
Gasbrennwertheizung + Solarthermieanlage

Eine flüssiggasbetriebene Gas-Brennwertheizung kann mit einer Solarthermieanlage zu einer Gas-Hybridheizung kombiniert werden. Die Nutzung von Sonnenenergie sorgt für weitere Kosteneinsparungen.
Die Investition in die Solarthermieanlage kann über das staatliche Programm Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) gefördert werden. Zudem können bei Neubauprojekten alle gesetzlichen Energiestandards für Neubauprojekte eingehalten werden, wenn die Hybridlösung mit einer Lüftungsanlage oder einer angemessenen Gebäudedämmung kombiniert wird.
Gasbrennwertheizung + Wärmepumpe

Auch die Kombination einer Gas-Brennwertheizung mit einer Wärmepumpe ist möglich. Auf diese Weise können nicht nur der Stromverbrauch der Wärmepumpe – wenn diese elektrisch betrieben wird – gesenkt werden, sondern auch Spitzenlasten sicher gedeckt werden. Auch Wärmepumpen können über die BEG gefördert werden.
Blockheizkraftwerk (BHKW)

Ein Flüssiggas-BHKW erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme – bei einem Wirkungsgrad von bis zu 99 %. Gerade Hotels mit ihrem hohen und relativ gleichmäßigem Wärmebedarf profitieren von dem Einsatz eines eigenen kompakten Kraftwerks; zum einen durch die Einsparung von Energiekosten, zum anderen durch eine hohe Energieautarkie.
Hallenheizungen

Mit Flüssiggas lassen sich auch verschiedene Ausführungen von Hallenheizungen betreiben – sei es für Schwimm- oder Sporthallen oder gastronomisch genutzte Hallen. Flüssiggasbetriebene Hallenheiztechnik ist einfach zu planen und kann kostengünstig installiert werden.
Netzversorgung für Mobilheim- und Campingplätze
Für die Versorgung mehrerer Gebäude mit Flüssiggas lässt sich ein eigenständiges Versorgungsnetz aufbauen.
Diese Lösung eignet sich besonders für Mobilheim- und Campingparks: zum einen, weil viele von ihnen abseits von Erdgasnetzen gelegen sind, zum anderen, da diese Art der Versorgung sowohl für die Betreiberinnen und Betreiber als auch die Gäste wirtschaftlicher und komfortabler ist als die Handhabung von Propangasflaschen.
Über ein Flüssiggas-Versorgungsnetz lassen sich alle zentralen Einrichtungen und Wohneinheiten versorgen – von Verwaltungsgebäuden und Sanitäranlagen über Sportstätten und Gastronomie-Einrichtungen bis hin zu Ferienhäusern und Bungalows.
Da Flüssiggas nicht wassergefährdend ist und die Tanks in hochwassergefährdeten Gebieten gegen Auftrieb bzw. Wegschwemmen gesichert werden, darf der Energieträger auch in Natur- und Wasserschutzgebieten genutzt werden.