Grüner Flüssiggastank wird unterirdisch in Boden eingelassen.

Flüssiggas-Installation: einfach, zügig, sicher

Keine Frage: Die Installation einer neuen Heizung ist mit Aufwand verbunden. Allerdings unterscheidet sich dieser je nach Heiztechnologie und Energieträger. So gelten Flüssiggasanlagen grundsätzlich als einfach umzusetzen – mit dem richtigen Partner. Wir zeigen Ihnen die einzelnen Schritte im Überblick und geben Ihnen Infos rund um die Regeln.


Flüssiggas: Anwendung und Anlage im Überblick

Wie funktioniert Flüssiggas?

Flüssiggas lässt sich bereits unter geringem Druck verflüssigt lagern: zum Beispiel in Gasflaschen oder in einem ortsfesten Flüssiggastank direkt auf dem Grundstück des Anwenders. Für den Betrieb einer Flüssiggasheizung ist ein Tank nötig. Von dort gelangt der Energieträger gasförmig über eine Rohrleitung zur Heiztherme im Gebäude, wo er in Wärme zum Heizen und optional auch zur Warmwasserbereitung umgesetzt wird.

Wie ist eine Flüssiggasanlage aufgebaut?

Eine Flüssiggasanlage kann unterschiedliche Komponenten umfassen. Grundsätzlich notwendig sind jedoch ein Flüssiggastank, eine Rohrleitung zum Haus und ein Verbrauchsgerät. Ein beispielhafter Aufbau für eine Flüssiggasanlage mit erdgedecktem Tank könnte so aussehen: Ausgehend von dem unterirdischen Flüssiggaslagerbehälter führt eine PE-Xa Rohrleitung über den oberirdischen Hausanschlusskasten und die Hauseinführung in das Gebäude. Der Anschluss zwischen dem Flüssiggaslagerbehälter und der Rohrleitung ist durch ein Gasdruckregelgerät (A4) abgesichert. Die Verbindung zwischen Tank und Rohrleitung sowie zwischen über- und unterirdischer Rohrleitung wird jeweils mit einem PE/Cu Übergangsstück hergestellt. Im Hausanschlusskasten befinden sich weitere Sicherheitsbauteile, wie zum Beispiel ein Druckregler (B 3/4) und ein Gasströmungswächter. Durch eine Wanddurchführung läuft die Leitung dann in das Innere des Gebäudes, wo sie an einen Gaszähler und eine Geräteabsperreinrichtung mit thermischer Absperreinrichtung (TAE) angeschlossen ist, bevor sie beim Heizgerät ankommt. Beim Einbau von Sicherheitsbauteilen gehen einige Flüssiggasversorger sogar über die Anforderungen des technischen Regelwerks hinaus.

Hier eine Abbildung zum beschriebenen Prozess:

 

Schematische Darstellung einer Flüssiggasanlage. Komponenten: unterirdisch installierter Flüssiggastank, Gasdruckregelgerät, Rohrleitung, Hauseinführung, Gasströmungswächter, Gaszähler, Geräteabsperreinrichtung sowie Heizgerät.

*Rot markierte Teile sind Sicherheitsbauteile.

 

Flüssiggas-Installation: in 5 Schritten zur neuen Energieversorgung

Wie läuft die Flüssiggas-Installation ab?

Erster Schritt: Beratung

Vor der eigentlichen Flüssiggas-Installation wird der Kunde von seinem Flüssiggasversorger beraten. Gemeinsam ermitteln sie den idealen Standort für den Flüssiggastank. Der Tank dient der Lagerung des Flüssiggases direkt vor Ort auf dem Grundstück des Verbrauchers.

Für die Aufstellung des Flüssiggastanks gibt es je nach Anbieter unterschiedliche Optionen:

  • Oberirdisch
  • Unterirdisch
  • Halboberirdisch
  • Im geschlossenen Raum

Die Beratung zur Standortwahl für den Flüssiggastank bieten einige wenige Anbieter heute mithilfe einer AR-App. Darin sieht der Kunde schon vor der Installation in Augmented Reality, wie der Tank aufgestellt werden kann.

Zweiter Schritt: Vorbereitung der Flüssiggastank-Aufstellung

Ist der ideale Standort für den Flüssiggastank gefunden, muss seine Aufstellung vorbereitet werden. Die Vorbereitung unterscheidet sich je nach Aufstellungsart:

Oberirdisch

Der oberirdische Flüssiggastank wird auf einer Fundamentplatte errichtet, deren Abmessungen sich nach der Größe des Tanks richten.

Unterirdisch/halbunterirdisch

Hierfür muss eine Baugrube ausgehoben werden. Auch ihre Maße sind abhängig von der Flüssiggastankgröße.
Zusätzlich wird ein Graben für die Flüssiggas-Rohrleitung ausgehoben. Die genauen Vorgaben und einen Überblick über die vorbereitenden Maßnahmen finden Sie auf unserer Seite Flüssiggastank-Größe.

Dritter Schritt: Aufstellung des Flüssiggastanks

Jetzt können der Flüssiggastank aufgestellt und die Rohrleitung zum Haus verlegt werden. Bei einer unterirdischen Lagerung des Flüssiggastanks wird die Grube verfüllt, bis nur noch der Domschacht des Tanks zu sehen ist.

Vierter Schritt: Anschluss des Flüssiggastanks

Die Rohrleitung wird verpresst. Außerdem wird in der Außenwand des Gebäudes eine Hauseinführung montiert, durch die das Flüssiggas vom Tank zum Verbrauchsgerät gelangt; außerdem ein Gaszähler. Nachdem der Tank vollständig angeschlossen wurde, findet zusätzlich eine Fotodokumentation aller Bestandteile statt. So wird genauestens sichergestellt, welche Teile an welcher Stelle verbaut wurden, was auch bei möglichen Wartungsarbeiten oder Reparaturen hilfreich sein kann.

Fünfter Schritt: Prüfung vor Erstinbetriebnahme

Zu den zahlreichen Maßnahmen für einen sicheren und reibungslosen Betrieb der Flüssiggasanlage gehört die Prüfung vor Erstinbetriebnahme. Ist diese durchgeführt, können der Flüssiggastank mit dem Energieträger befüllt und die Heizung eingeschaltet werden. Im weiteren Verlauf der Nutzung stehen regelmäßig weitere Prüfungen bzw. die Wartung des Flüssiggastanks an.
Nach der Erstinbetriebnahme erfolgt eine Einweisung des Kunden in die Anlage, bei welcher dem Kunden alle relevanten Funktionen und das Verhalten im Notfall erklärt werden.

 

Gibt es Regeln für die Flüssiggas-Installation?

Die Installation der Flüssiggasanlage und sämtlicher Komponenten unterliegt klar definierten Vorschriften, die in der Technischen Regel Flüssiggas (TRF) zusammengefasst sind. Sie vereint alle relevanten Vorgaben aus Gesetzen und Verordnungen sowie technische Regeln. Einige der Inhalte:

Betriebsanweisung

Am Flüssiggastank muss dauerhaft eine Betriebsanweisung angebracht sein. Diese enthält wichtige Bedingungen zur Aufstellung von Flüssiggastanks, die folgende Aspekte betreffen:

  • Explosions- und Brandschutz
  • Schutz vor mechanischer Beschädigung
  • Schutz vor Zugriff Unbefugter
  • Vorhandensein eines Feuerlöschers
  • Zugänglichkeit

Einige Flüssiggasversorger lassen ihre Prozesse zudem regelmäßig durch unabhängige Prüforganisationen wie beispielsweise den TÜV zertifizieren und überwachen. Damit können sie eine gleichbleibend hohe Qualität bei der Ausführung ihrer Installation gewährleisten.

Explosionsgefährdete Bereiche

Flüssiggas ist – wie viele andere Gase auch – unter bestimmten Bedingungen explosiv. Um diese Gefährdung auf ein absolutes Minimum zu beschränken, sind in der TRF explosionsgefährdete Bereiche (sogenannte Ex-Zonen) definiert, die rund um den Domschacht des Flüssiggastanks bzw. bei Aufstellung im Gebäude im gesamten Raum bestehen.

Zuständigkeit für Prüfungen

Die Rohrleitungen von Flüssiggasanlagen dürfen nur von bestimmten Personen geprüft werden. Die TRF gibt auch hierzu eine klare Definition: Demnach hängt es von Druck sowie Nennweite der Rohrleitung ab, ob eine zur Prüfung befähigte Person, der Prüfer einer zugelassenen Überwachungsstelle (ZÜS) oder ein TRF-Sachkundiger die Prüfung vornehmen darf.

Einen detaillierteren Überblick über die Sicherheitsmaßnahmen rund um Flüssiggastanks geben wir Ihnen auf unserer Seite Flüssiggastank-Vorschriften.

 

Was passiert nach der Flüssiggas-Installation?

Ist der Tank installiert und erstmals geprüft worden, kann er regelmäßig mit Flüssiggas befüllt werden. Außerdem wird er danach regelmäßig geprüft. In welchem Turnus das vorgeschrieben ist, sehen Sie auf unserer Seite Flüssiggastank-Prüfung.

 

Gute Gründe für eine Flüssiggas-Installation

Was muss der Kunde für eine Flüssiggas-Installation tun?

Wie viel Anteil der Kunde an der Flüssiggas-Installation hat, kann er ganz einfach selbst entscheiden: mit seiner Wahl des Flüssiggasversorgers. So übernehmen ausgewählte Flüssiggasversorger den Großteil der Arbeiten rund um die neue Energieversorgung und beziehen einen versierten SHK-Fachpartner für die Installation der Flüssiggasheizung mit ein.

Den Flüssiggastank muss der Kunde dabei nicht kaufen, sondern bekommt ihn von seinem Versorger in einem Mietmodell gestellt. Das bietet einige Vorteile:

  • In der Regel übernimmt der Flüssiggasversorger die Kosten für die Investition in den Tank und seine Aufstellung beim Kunden.
  • Ebenso leistet das Unternehmen oft die notwendigen Prüfungen der Flüssiggasanlage (im Rahmen einer Servicepauschale).
  • Eine Versorgungsvereinbarung gibt dem Kunden Sicherheit, dass dem Energieversorger ausreichend Flüssiggas zur Verfügung steht und er dementsprechend beliefert wird.
  • Der Kunde kann seinen „festen“ Miettankanbieter rund um die Uhr rund erreichen – selbst außerhalb der Geschäftszeiten.
  • Im Mietmodell ist der Flüssiggasversorger für die Behebung möglicher Schäden am Tank zuständig.
  • Sollte der Kunde seinen Vertrag kündigen oder zu einem anderen Versorger wechseln, kümmert sich der bisherige Anbieter um den Rückbau und die Abholung des Flüssiggastanks.
  • Durch Festpreisvereinbarungen ist der Kunde in der Laufzeit nicht von Preisschwankungen betroffen.
  • Da der Gasverbrauch direkt am Gaszähler abgelesen werden kann, erhält der Kunden völlige Preistransparenz bei der Verbrauchsabrechnung.

 

Wie gut ist Flüssiggas im Vergleich mit Pellets und Wärmepumpen?

Die Flüssiggasheizung ist nicht die einzige netzunabhängige Heizlösung: weitere Optionen sind unter anderem Pelletheizungen und Wärmepumpen

Pelletheizung

Pelletheizungen bringen in der Regel höhere Investitionskosten mit sich; die Pellets werden außerdem meist in einem separaten Lagerraum bevorratet, der nicht für andere Zwecke genutzt werden darf und verschiedene Anforderungen – darunter Schutz vor Feuchtigkeit, Belüftung und Brandschutz – erfüllen muss.

Wärmepumpe

Auch Wärmepumpen sind in der Regel teurer als flüssiggasbetriebene Heizungen. Zudem müssen hier viele Bedingungen erfüllt sein, um eine angemessene Energieeffizienz zu erreichen – unter anderem eine gute Dämmung des Gebäudes und Isolierung der Fenster sowie die richtige Dimensionierung bzw. Größe der Heizkörper.

Flüssiggasheizung

Die Investition in eine neue Flüssiggasheizung ist im Vergleich zu anderen netzunabhängigen Energieversorgungen günstig. Der Energieträger wird in einem Flüssiggastank gelagert, der in den meisten Fällen außerhalb des Gebäudes aufgestellt wird – das spart im Gegensatz zu Pellets und Heizöl Platz im Inneren. Flüssiggas eignet sich außerdem nicht nur zum Heizen und zur Warmwasserbereitung, sondern auch zu vielfältigen gewerblichen und industriellen Anwendungen; zum Beispiel Getreidetrocknung, Lacktrocknung und Schweißen. Damit bietet der Energieträger im Vergleich die größte Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten.

 

Die Flüssiggas-Installation wird unter hohen Sicherheitsvorkehrungen durch Experten des Fachs durchgeführt. Kunden eines Flüssiggasversorgers, der den Flüssiggastank in einem Mietmodell anbietet, müssen dabei meist nur die Vorbereitungen (Verlegung einer Fundamentplatte bzw. Ausheben einer Grube) koordinieren. Auch weitere Vorteile sprechen für einen Flüssiggastank zur Miete – darunter die Durchführung der vorgeschriebenen regelmäßigen Prüfungen sowie der Abbau und die Abholung des Tanks durch den Versorger, falls der Kunde die Belieferung beendet.

Haben Sie Interesse an der Installation eines Flüssiggastanks von einem erfahrenen Energieversorger? Dann melden Sie sich gern bei uns: per E-Mail an info@fluessiggas.de oder telefonisch unter 02151 – 917 3029.

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