Decke einer großen Industriehalle mit Rohrleitungen, die der Beheizung und Klimatisierung dienen.

Ölbetriebene Hallenheizung: Diese Alternativen gibt es

Öl spielt nach wie vor eine große Rolle beim Heizen, auch in Hallen. So werden viele Produktions-, Lager-, Sport- und andere Hallen durch ölbasierte Systeme beheizt. Gerade wenn ein Gebäude keinen Anschluss an das Erdgasnetz hat, erschien dies früher als erstbeste Lösung; trotz aller Nachteile des Brennstoffs und der Geräte, die damit betrieben werden. Wir stellen sie Ihnen vor – und zeigen Ihnen, dass es eine wesentlich klimafreundlichere Alternative zur Hallenheizung mit Öl gibt.

Hallenheizungen: die beliebtesten Varianten im Überblick

Was definiert eine Hallenheizung?
Wo kommt diese zum Einsatz?

Eine Hallenheizung ist ein Heizungssystem, das auf die Beheizung einer Halle ausgelegt ist. Dabei wichtig ist die Definition von Hallen: So versteht die Bundesvereinigung der Firmen im Gas- und Wasserfach e. V. (figawa) unter dem Begriff „überwiegend gewerblich genutzte Gebäude oder Teile solcher Gebäude, bestehend aus Großräumen mit Raumhöhen von etwa 4 m und höher. (Broschüre „Zukunft Hallenheizung – Energieeffiziente Beheizung von Hallengebäuden“, dritte aktualisierte Auflage 2018). Beispiele:

 

  • Fertigungs- und Montagehallen
  • Werkstätten
  • Ausstellungs- und Verkaufsräume
  • Lager- und Logistikhallen
  • Sporthallen
  • Kirchen etc.

 

Warum ist es schwierig, eine Halle zu heizen?

Das Heizen von Hallen ist mit einigen Herausforderungen verbunden. Im Folgenden geben wir Ihnen einen Überblick über die speziellen Bedingungen, die bei der Wahl geeigneter Heizsysteme berücksichtigt werden müssen:

 

Schnelles Auskühlen

Hallengebäude kühlen schnell aus, wenn die Heizungsanlage abgeschaltet wird. Die Wärmespeicherfähigkeit wird jedoch durch Maschinen, Einrichtungen, Lagergut u. Ä. in der Halle erhöht.

 

Hohe Nichtnutzungszeiten

Üblicherweise liegt die Nichtnutzungszeit deutlich über der Nutzungszeit (diese umfasst lediglich die Arbeitszeiten bzw. Aufenthaltszeiten von Personen in der Halle). Das führt zu vielen Aufheiz- und Abkühlvorgängen, die sich in der Jahresenergiebilanz niederschlagen.

 

Bildung von Wärmepolstern

Thermischer Auftrieb führt zu aufsteigender Wärme, die sich gerade in besonders hohen Hallen zu einem Wärmepolster unter der Hallendecke summieren kann. (Strahlungssysteme, die für die jeweilige Deckenhöhe geeignet sind, können das vermeiden; siehe „Dunkelstrahler, Hellstrahler und direkt beheizte Warmluftsysteme im Vergleich“.)

 

Lüftungswärmeverluste

Durch offen stehende Tore oder Luftwechsel in Produktionsprozessen kann es zu hohen Lüftungswärmeverlusten kommen.

 

Bedarf an verschiedenen Temperaturzonen

In Hallengebäuden werden zeitweise nur Teilbereiche genutzt oder verschiedene Nutzungen erfordern unterschiedliche Temperaturzonen.

 

Welche Hallenheizungen gibt es?
Wie funktionieren Hallenheizungen?

Fest installierte Hallenheizungen werden grundlegend in dezentrale und zentrale Heizsysteme unterschieden:

 

Dezentrale Hallenheizsysteme

Bei dezentralen Hallenheizsysteme wird der Brennstoff (z. B. Gas oder Öl) vom Heizgerät direkt im Nutzraum in Wärme umgewandelt. Ein zusätzlicher Wärmetransport sowie eine Wärmespeicherung entfallen dadurch.

VorteileNachteile
Schnelle Wärmeentwicklung

Wärme, die durch dezentrale Systeme erzeugt wird, ist schnell verfügbar. Wechsel im Heizbetrieb werden dadurch schnell ausgeglichen. Die geringen Vorlaufzeiten bieten gegenüber zentralen Heizungen außerdem den Vorteil, dass sie über längere Zeiten abgeschaltet werden können.

Wartungsaufwand

Basierend auf der dezentralen Wärmeerzeugung vor Ort müssen mehrere Geräte gewartet werden, welche zudem meist schwer erreichbar sind.

Hohe Flexibilität

Vielfältige Optionen ermöglichen eine Anpassung des Heizsystems an die individuellen Raum- und Nutzungsbedingungen sowie die heiztechnischen Anforderungen. Wenn sich die Nutzung der Halle ändert, können dezentrale Systeme schnell daran angepasst werden.

Hohe Effizienz

Durch die Wärmeerzeugung vor Ort entfällt der Wärmeverlust während des Transports. Beim Einsatz von Infrarottechnik wird Wärme gezielt am Nutzort bereitgestellt und nicht der gesamte Raum beheizt. Dies kann sich positiv in den Betriebskosten niederschlagen.

Reduzierte Anschaffungskosten

Dezentrale Lösungen sind in der Anschaffung und Installation normalerweise günstiger als zentrale Hallenheizsysteme.

Dezentrale Heizsysteme lassen sich am besten in die folgenden drei Kategorien einteilen:

 

Arbeiter in Montagehalle, beheizt durch Flüssiggas-Dunkelstrahler.

Dunkelstrahler

Dunkelstrahler arbeiten ebenso wie Hellstrahler mit dem Prinzip der Infrarotwärme. Der Vorteil der Infrarotwärme liegt darin, dass die Wärme über die Strahlung direkt an die im Raum befindlichen Personen und Gegenstände abgegeben wird. Die Umgebungsluft wird folglich nicht unnötig erwärmt, was den Ansatz besonders effizient macht.

Die eingesetzte Heizröhre befindet sich bei Dunkelstrahlern anders als bei Hellstrahlern in einem geschlossenen Gehäuse, meist hinter einer Keramikblende.

Dunkelstrahler erzeugen vergleichsweise geringe Oberflächentemperaturen und können bereits in Räumen ab 3 Meter Aufhanghöhe eingesetzt werden (DVGW-Regelwerk G G38/II). Das macht sie zur idealen Lösung gerade bei niedrigen Deckenhöhen, sind jedoch ebenfalls für höhere Hallenbauten mit einer Deckenhöhe von bis zu 20 Metern einsetzbar.

Bevorzugt eingesetzt wird diese Technik in großen Hallenbauten mit geringen Luftwechselraten, wie zum Beispiel Produktionshallen, Sporthallen oder in der Tierhaltung. In der Tierhaltung kommen zentrale Abgasanlagen mit im Außenbereich installierten Abgasventilatoren zum Einsatz. Hallen mit feuchter Raumluft sollten mit Edelstahlgeräten beheizt werden.

Arbeiter in Montagehalle, beheizt durch Flüssiggas-Dunkelstrahler.

Hellstrahler

Für noch höhere Temperaturen als Dunkelstrahler sorgen Hellstrahler. Auch sie arbeiten mit Infrarotwärme und produzieren Oberflächentemperaturen von 850 bis 1.000 °C. Hellstrahler verbrennen ein Gas-Luft-Gemisch, und zwar auf sowie innerhalb einer feuerfesten keramischen Brennerplatte. Schon nach kurzer Aufheizzeit können dadurch Temperaturen von über 850 °C erreicht werden.

Durch die schnelle Aufheizzeit sind Hellstrahler flexibel regelbar und können auch kurzfristig die gewünschte Erwärmung herbeiführen. Reflektoren sorgen dafür, dass die Infrarotwärme zielgerichtet abgestrahlt wird. Bei einer idealen Montagehöhe von 5 bis 25 Metern Deckenhöhe lassen sich Hellstrahler flexibel und nahezu punktgenau auf Raumgröße, Arbeitsplätze und Einsatzbereich abstimmen.

Lagerhalle mit Regal und flüssiggasbetriebenem direkt beheiztem Warmluftsystem.

Direkt beheizte Warmluftsysteme

Wegen ihrer universellen Einsatzmöglichkeiten sind Warmluftheizungen vor allem im Gewerbe und in der Industrie verbreitet. Für viele Anwendungen besonders vorteilhaft: Neben der Beheizung kann auch gleichzeitig die Be- und Entlüftungsfunktion übernommen werden. Außerdem besteht die Möglichkeit, Luftaufbereitungseinrichtungen wie Staubfilter, Befeuchter oder Luftkühler zu ergänzen. Das macht die Warmluftheizung zum universellen Komplettsystem, das mehrere Aufgaben auf einmal erfüllt.

Nachfolgend einige Eigenschaften und Vorteile der drei flüssiggasbetriebenen Hallenheizungsarten im Vergleich:

Dunkelstrahler, Hellstrahler und direkt beheizte Warmluftsysteme im Vergleich

Tabelle: Eignung von flüssiggasbetriebenen Hallenheizungen (Dunkelstrahler, Hellstrahler, direkt beheizte Wamlufterzeuger).

 

Auf unserer Seite „Flüssiggasheizung“ zeigen wir Ihnen außerdem die optimalen Einsatzbereiche der dezentralen Hallenheizungen im Überblick.

Neben den fest installierten zentralen und dezentralen Hallenheizungssystemen gibt es außerdem bewegliche bzw. mobile Hallenheizungen. Darunter fallen vor allem Heizgebläse, auch bekannt als sogenannten Heizkanonen.

 

Zentrale Hallenheizsysteme

Zentrale Hallenheizsysteme arbeiten meist im Pumpen-Warmwasser-Betrieb. Durch die Verbrennung von beispielsweise Heizöl oder Gas wird in einem zentralen Wärmeerzeuger Wasser erwärmt. Pumpen befördern die Wärmeenergie über ein Verteilungssystem zu Heizflächen oder Heizplatten im Nutzraum, am häufigsten in Form von Decken- und Fußbodenheizungen. Für zentrale Hallenheizsysteme können verschiedene Technologien zur Wärmeerzeugung (darunter Blockheizkraftwerke (BHKW) und Brennwertheizungen) sowie unterschiedliche fossile und biogene Brennstoffe eingesetzt werden.

VorteileNachteile
Niedrige Wartungskosten

Die Wartungskosten pro Jahr können niedriger ausfallen als bei dezentralen Hallenheizungen.

Hohe Anschaffungskosten

Ausgaben für Heizflächen, Wärmeverteilung und Wärmeerzeuger können sich zu Kosten im hohen fünfstelligen Bereich summieren.

Fußbodenheizung: Effizienz

Zentral gesteuerte Fußbodenheizungen brauchen nur niedrige Vorlauftemperaturen und fördern den Brennwerteffekt einer Flüssiggasheizung.

Fußbodenheizung: Einschränkung der Nutzung

Ist eine Fußbodenheizung verbaut, muss diese beim Verankern von Maschinen und Regalen im Boden sowie der punktuellen Belastung durch Fahrzeuge mitbedacht werden.

Kühlfunktion

Zentral versorgte Fußbodenheizungen und Deckenstrahlplatten können unter bestimmten Voraussetzungen bzw. mittels zusätzlicher Technik im Sommer zum Kühlen genutzt werden.

Wärmeverluste

Weil der zentrale Wärmeerzeuger und der Ort der Wärmeübergabe räumlich getrennt sind, kommt es zu Wärmeverlusten; außerdem wird relativ viel elektrische Antriebsenergie verbraucht.

Langes Aufheizen und Abkühlen

Zentrale Heizsysteme reagieren nur langsam auf schnelle Lastwechsel, wie sie in Hallengebäuden vorkommen können. Der Zustrom kühler Luft von draußen oder die Entwicklung von Wärme durch andere Quellen werden recht spät ausgeglichen.

Warum lohnt sich Flüssiggas für Hallenheizungen?

Gerade in Hallen, die nicht an das Erdgasnetz angeschlossen sind, wird zum Heizen Öl genutzt. Dabei steht ein ebenfalls netzunabhängiger Energieträger zur Verfügung, der sich für vielfältige Lösungen und wirtschaftlicher einsetzen lässt: Flüssiggas.

Es gibt verschiedene Gründe, flüssiggasbetriebene Heizungssysteme für Hallen in Erwägung zu ziehen:

 

Alternative zu anderen Energieträgern

Flüssiggasbetriebene Hallenheizungen sind eine Alternative beispielsweise zu Lösungen, die mit Heizöl oder Strom betrieben werden. Als Energieträger, der in einem Flüssiggastank direkt vor Ort gelagert wird, ermöglicht er eine zuverlässige Versorgung von Hallen, die nicht an das öffentliche Erdgasnetz angeschlossen sind. Das kann verschiedene Gründe haben:

 

  • Regionale Lage
    Die Halle ist an einem Ort gelegen, der grundsätzlich nicht über einen Anschluss an das Erdgasnetz verfügt.

 

  • Räumliche Gegebenheiten
    Zwar könnte das Gebäude an das Erdgasnetz angeschlossen werden, aber dazu müsste zum Beispiel erst das Betriebsgelände aufgerissen werden.

 

  • Hohe Anschlusskosten
    Davon hängen auch die Anschlusskosten ab, welche die Erdgasnetzbetreiber in der Regel auf den Kunden umlegen.

 

Handhabung im Neubau nach Gebäudeenergiegesetz

Flüssiggasbetriebene dezentrale Gebläse- und Strahlungsheizungen dürfen in neu errichteten Hallen mit einer Raumhöhe von mehr als vier Metern mit konventionellem Flüssiggas betrieben werden, ein Anteil von erneuerbaren Energien ist dann nicht vorgeschrieben. Die entsprechenden Vorgaben finden sich im Gebäudeenergiegesetz (GEG § 10 (4)), das am 1. November 2020 in Kraft getreten ist.

Im Bestand kann der Wechsel von einer heizölbetriebenen Hallenheizung zu einer zentralen Hallenheizung mit Flüssiggas teilweise gefördert werden. Mehr Informationen dazu geben wir Ihnen auf unserer Seite „Ölheizung verboten?“.

 

Viele Umweltvorteile

Bei Flüssiggas handelt es sich um einen Energieträger, dessen Gebrauch generell weniger CO2 als Öl freisetzt. Zudem entstehen dabei kaum Ruß oder Asche und so gut wie kein Feinstaub. Da Flüssiggas nicht wassergefährdend ist, darf es auch in Wasserschutzgebieten, hochwassergefährdeten Regionen und Überschwemmungsgebieten genutzt werden.

Noch nachhaltiger ist biogenes Flüssiggas, das seit 2018 in Deutschland erhältlich ist: Je nach Rohstoffeinsatz bei der Herstellung verursacht dieses noch mal circa 40 bis 90 % weniger CO2-Emissionen als konventionelles Flüssiggas. 

Erfahren Sie auf unserer Seite „Flüssiggas“ noch mehr zu dem netzunabhängigen Energieträger und seine weiteren Anwendungsmöglichkeiten.

 

Ob große Halle oder kleines Lager, Infrarot oder Warmluft – grundsätzlich gilt: Mit Flüssiggas entscheiden Sie sich für eine effiziente, umweltschonende und clevere Antriebsenergie, die allen Ansprüchen und Systemen gerecht wird. Es ist flexibel dort einsetzbar, wo kein Erdgasanschluss vorhanden ist, und bietet gerade gegenüber Öl deutliche Vorteile; darunter potenzielle Kosteneinsparungen, weniger CO2-Emissionen und – in bestimmten Fällen – staatliche Förderoptionen beim Tausch einer vorhandenen Ölheizung.

 

Möchten Sie mehr über Hallenheizungen mit Flüssiggas und den Energieträger selbst erfahren? Dann nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf: per E-Mail an info@fluessiggas.de oder telefonisch unter 02151 – 742 985 60.

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